Fortschritte bei KI verstärken sich am schnellsten, wenn sich das gesamte System gemeinsam verbessert. So betrachte ich die Recheninfrastrukturstrategie von OpenAI: als ein integriertes System, das Rechenzentren und Chips, Frontier-Modelle, unsere Entwicklungsplattform, Produkte für Privatpersonen und Unternehmen sowie KI-native Geräte umfasst. Dabei stärkt jede Ebene die nächste.
Bessere Software macht Hardware produktiver. Auf unsere Workloads zugeschnittene Hardware verbessert Geschwindigkeit und Effizienz. Leistungsfähigere Modelle ermöglichen bessere Produkte, die wiederum Nachfrage, Nutzung und Erkenntnisgewinn steigern. Diese Signale fließen in das System zurück und helfen uns, es weiter zu verbessern.
Heute haben wir die ersten gemessenen Leistungsergebnisse von Jalapeño vorgestellt, dem ersten eigenen Inferenzchip von OpenAI. Bei InferenceX, einem öffentlichen Benchmark mit GPT‑OSS 120B, erzielte Jalapeño einen höheren maximalen Durchsatz pro Kilowatt und eine geringere Token-Latenz als die verglichenen kommerziellen Systeme. Auch bei DeepSeek R1 und Kimi K2 zeigte der Chip eine starke Leistung. Seine Vorteile erstrecken sich damit über mehrere Modellfamilien.
Jalapeño gibt uns mehr Kontrolle darüber, wie unsere Modelle ausgeführt und wie wirtschaftlich sie bereitgestellt werden. Indem wir Modell, Bereitstellungssoftware, Chip, Speicher und Netzwerk gemeinsam entwickeln, können wir Durchsatz, Latenz, Energieeffizienz und Kosten als ein Gesamtsystem verbessern. Damit entsteht neben den Beschleunigern anderer Partner eine glaubwürdige eigene Option. So können wir jeden Workload besser dem leistungsfähigsten und wirtschaftlich passenden System zuordnen. Wir verfügen nun über funktionierende eigene Chips mit gemessenen Ergebnissen, und die nächsten Generationen sind bereits in Entwicklung.
Unterschiedliche Workloads stellen unterschiedliche Anforderungen an das System. Das Training von Frontier-Modellen, Inferenz in großem Umfang und durchgehend aktive Agenten stellen unterschiedliche Anforderungen an Chips, Software, Netzwerke, Energieversorgung und Latenz.
Unser Ziel ist es, an der Pareto-Grenze zu bleiben. Dafür suchen wir für jeden Workload fortlaufend die beste Kombination aus Leistungsfähigkeit, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Effizienz und Kosten. Unterschiedliche Chips und Anbieter sind in unterschiedlichen Bereichen führend, und die technologische Spitze verschiebt sich ständig.
Unser Portfolio bietet uns die nötige Bandbreite, um diese Anforderungen zu erfüllen. Die Recheninfrastruktur von Microsoft und die Chips von NVIDIA waren für das Wachstum von OpenAI von grundlegender Bedeutung. Heute umfasst unser Portfolio außerdem AWS, AMD, Broadcom, Cerebras, CoreWeave, Oracle, SB Energy und SoftBank. Alle bringen unterschiedliche Stärken bei Cloud-Infrastruktur, beschleunigtem Computing, Inferenz mit geringer Latenz, dem Bau von Rechenzentren und der Energieversorgung ein.
Wir steuern dieses Portfolio aktiv nach Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit. Wir setzen Premiumsysteme dort ein, wo es vor allem auf Leistungsfähigkeit ankommt, und optimieren auf Effizienz, wo Skalierung und Kosten wichtiger sind. Indem wir uns bei Anbietern, Hardware und Bereitstellungsmodellen glaubwürdige Wahlmöglichkeiten erhalten, können wir die Nachfrage auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis lenken, bei veränderten Marktbedingungen Kostendisziplin wahren und mit der technologischen Spitze Schritt halten, sobald leistungsfähigere Technologien entstehen. Direkte Kontrolle schafft dort zusätzliche Vorteile, wo eine engere Integration das gesamte System verbessern kann. Wir arbeiten mit Partnern zusammen, wenn uns das Ökosystem schneller voranbringt, und entwickeln selbst, wenn gemeinsames Design einen wesentlichen Vorteil schafft.
Rechenzentren bieten einen weiteren Ansatzpunkt für Verbesserungen. Project Camellia in Georgia zeigt, wie wir Anlagen auf die Workloads von Kundenunternehmen ausrichten und zugleich Arbeitsplätze schaffen, lokale Unternehmen unterstützen, die Infrastruktur- und Energiekosten des Projekts tragen, Wasser durch ein geschlossenes Kreislaufsystem sparen und die Einhaltung der Zusagen jährlich unabhängig und öffentlich prüfen lassen können.
Der Wert dieses Systems bemisst sich an seinem Ergebnis: mehr nützliche Intelligenz aus jeder Einheit Rechenleistung.
Bessere Modelle gelangen mit weniger Versuchen zur richtigen Antwort. Intelligenteres Routing und Kontextverwaltung reduzieren unnötigen Aufwand. Optimierte Software und speziell entwickelte Hardware verbessern Geschwindigkeit und Energieeffizienz.
Im Artificial Analysis Coding Agent Index erreichte GPT‑5.6 Sol mit Max-Reasoning einen neuen Höchstwert und benötigte dabei 54 % weniger Ausgabe-Token als ein anderes führendes Modell. Für Kund:innen bedeuten solche Verbesserungen schnellere Ergebnisse, zuverlässigere Produkte, weniger Wiederholungsversuche, Agenten, die längere Abläufe abschließen, und niedrigere Gesamtkosten für erfolgreich erledigte Aufgaben. Die beste Wirtschaftlichkeit entsteht durch möglichst viel nützliche Intelligenz pro investiertem Betrag.
Je leistungsfähiger und erschwinglicher nützliche Intelligenz wird, desto mehr Aufgaben lassen sich wirtschaftlich sinnvoll erledigen. Ein Unternehmen kann allen Kund:innen maßgeschneiderte Analysen anbieten, jeden Vertrag prüfen, Finanzszenarien in Echtzeit berechnen und Entwickler:innen dabei unterstützen, mehr Ideen zu testen. Das ist das Jevons-Paradoxon: Höhere Effizienz macht mehr Anwendungen lohnenswert, erhöht so den Verbrauch und schafft neue wirtschaftliche Aktivität, weil mehr Aufgaben erledigt, bessere Entscheidungen getroffen, mehr Produkte eingeführt und höhere Umsätze erzielt werden.
Produktivere Recheninfrastruktur und ein wettbewerbsfähigeres Anbieterumfeld helfen uns, mehr Kundenunternehmen zu niedrigeren Kosten zu bedienen und diese Effizienzgewinne an die Menschen weiterzugeben, die unsere Produkte nutzen. Wachstum finanziert weitere Investitionen in Forschung, Infrastruktur und Sicherheit. Das ist der sich verstärkende Vorteil von OpenAI: Bessere Technologie verbessert die Wirtschaftlichkeit, eine bessere Wirtschaftlichkeit finanziert die nächste Fortschrittswelle, und jeder Zugewinn stärkt das gesamte System.


