Von der Unterstützung zur Ausführung: Wie Unternehmen KI einsetzen
Zwei neue Berichte zeigen, wie sich die KI-Nutzung in Unternehmen und unter Beschäftigten verbreitet und was Frontier-Organisationen anders machen.
Organisationen erweitern sowohl die Einsatzbereiche von KI als auch die Aufgaben, die sie ihr übertragen. KI in Unternehmen entwickelt sich von der Unterstützung zur Ausführung. Doch nicht alle Unternehmen vollziehen diesen Wandel gleich schnell. Frontier-Unternehmen, die jeden Monat zu den obersten 10 % der KI-Nutzung zählen, erzeugen inzwischen 8,3-mal so viele Ausgabe-Token pro aktiver Person wie typische Unternehmen. Diese Kennzahl dient als Näherungswert für die Nutzungsintensität. Der wachsende Abstand geht mit einer stärkeren Nutzung von Funktionen einher, die Agenten mit Unternehmenskontext, Tools und wiederholbaren Workflows verbinden.
Heute veröffentlichen wir zwei einander ergänzende Studien, die diesen Wandel untersuchen. Enterprise Signals bietet einen praxisnahen Überblick über agentische KI bei den Unternehmenskunden von OpenAI. Die Studie zeigt unter anderem, was Frontier-Unternehmen anders machen und in welchen Bereichen sich agentische Arbeit verbreitet. Das ergänzende Arbeitspapier How Organizations Use AI: Evidence from ChatGPT(wird in einem neuen Fenster geöffnet) (Wie Organisationen KI nutzen: Erkenntnisse aus ChatGPT) untersucht, wie sich die Nutzung über Unternehmen, Tätigkeitsbereiche und Hierarchieebenen hinweg ausweitet.
Gemeinsam zeigen die Studien eine praktische Agenda für Unternehmen auf: Agenten mit dem nötigen Kontext und den Tools verbinden, damit sie wertvolle Aufgaben erledigen können, klare Berechtigungen, Prüfprozesse und Governance schaffen und Beschäftigte dabei unterstützen, wirksame individuelle Workflows in gemeinsame Arbeitsweisen zu überführen.
Die Berichte liefern fünf zentrale Erkenntnisse dazu, wie Organisationen KI praktisch einsetzen:
- Die Nutzung in Unternehmen wird zunehmend agentisch. Im Juni entfielen 64 % der gemeinsamen Ausgabe-Token von Codex und ChatGPT bei Unternehmenskunden auf Codex. Das deutet darauf hin, dass Agenten den Wandel hin zu anspruchsvolleren, delegierten Aufgaben ermöglichen.
- Der Frontier-Abstand wächst. Frontier-Unternehmen, die jeden Monat zu den obersten 10 % der KI-Nutzung zählen, erzeugen inzwischen 8,3-mal so viele Ausgabe-Token pro aktiver Person wie typische Unternehmen. Im Januar waren es 2,6-mal so viele.
- Frontier-Unternehmen nutzen fortschrittliche Funktionen häufiger. Pro Woche verwenden 21 % der aktiven Personen in Frontier-Unternehmen Plugins, gegenüber 9 % in typischen Unternehmen. Bei OpenAI nutzen 95 % der Beschäftigten wöchentlich Plugins. Das verdeutlicht das Potenzial für eine breitere Nutzung.
- Agenten verbreiten sich in der Wissensarbeit. Seit Februar ist die Zahl der wöchentlich aktiven Codex-Nutzenden in Unternehmen im Rechtsbereich um das 108-Fache, im Vertrieb um das 41-Fache, im Recruiting um das 41-Fache und im Marketing um das 26-Fache gestiegen. In der Entwicklung war es das 5-Fache.
- Beschäftigte am Anfang ihrer Laufbahn nutzen KI häufiger. Die Nutzung ist bei ihnen am höchsten und nimmt mit steigender Berufserfahrung ab. Das deutet auf einen möglichen relativen Vorteil beim Einsatz von KI hin.
KI in Unternehmen beantwortet nicht mehr nur Fragen, sondern führt zunehmend Aufgaben aus. Assistenten helfen Menschen, Aufgaben zu durchdenken. Agenten helfen ihnen, diese zu erledigen. Produkte wie ChatGPT Work und Codex können Tools verwenden, Dateien erstellen und Arbeitsergebnisse zur Prüfung vorlegen. Statt eine KI beispielsweise zu fragen, wie eine Präsentation vorbereitet wird, kann eine Person einen Agenten beauftragen, relevante Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenzutragen und die Präsentation selbst zu entwerfen.
Dieser Wandel zeigt sich in der Nutzung durch Unternehmen. Im Juni entfielen bei Unternehmenskunden 64 % der gemeinsamen Ausgabe-Token von Codex und ChatGPT auf Codex. Agentische Workflows erzeugen meist mehr Ausgaben, da sie längere, mehrstufige Aufgaben ausführen. Die Zahl spiegelt daher sowohl wider, wie häufig Codex verwendet wird, als auch, wie umfangreich die Ausgaben dieser Aufgaben sind.
Jeden Monat ordnen wir Unternehmenskunden nach der Zahl ihrer Ausgabe-Token pro aktiver Person. Frontier-Unternehmen zählen im jeweiligen Monat zu den obersten 10 %, während typische Unternehmen zwischen dem 45. und 55. Perzentil liegen. Im Juni erzeugten Frontier-Unternehmen 8,3-mal so viele Ausgabe-Token pro aktiver Person wie typische Unternehmen. Damit hat sich der Abstand gegenüber dem Faktor 2,6 im Januar mehr als verdreifacht. Der Frontier-Abstand zeigt sich branchen- und unternehmensgrößenübergreifend. Eine intensive KI-Nutzung ist also nicht auf Technologieunternehmen beschränkt. Enterprise Signals untersucht, wie sich der Abstand je nach Branche und Funktion unterscheidet.
Unter den in How Organizations Use AI: Evidence from ChatGPT(wird in einem neuen Fenster geöffnet) untersuchten börsennotierten US-Unternehmen wiesen Unternehmen mit KI-Nutzung bessere Finanzkennzahlen auf als Unternehmen ohne KI-Nutzung. Sie verfügten über mehr Vermögenswerte, beschäftigten mehr Menschen und investierten mehr in F&E. Zusammengenommen legen die Berichte nahe, dass der bloße Zugang nicht ausreicht, um KI umfassend einzuführen. Ergänzende Investitionen in kontinuierliches Lernen, gemeinsame Workflows, Dateninfrastruktur und Governance können eine breitere und intensivere Nutzung fördern.
KI-Agenten benötigen Zugriff auf den richtigen Kontext und die passenden Tools, um wirksam zu sein. Plugins(wird in einem neuen Fenster geöffnet) bündeln Funktionen, mit denen Agenten bestimmte Workflows abschließen können. Sie können Skills mit wiederverwendbaren Anweisungen und Apps kombinieren, die den Zugriff auf Unternehmensdaten, Tools und Aktionen ermöglichen. Ein Vertriebs-Plugin kann beispielsweise den Leitfaden eines Teams mit dem Zugriff auf dessen CRM verbinden. So kann ein Agent anhand aktueller Kundeninformationen und früherer Angebote eine individuelle Antwort zur Prüfung vorbereiten.
Frontier-Unternehmen liegen bei fortschrittlichen Funktionen klar vorn. Von den wöchentlich aktiven Personen in Frontier-Unternehmen nutzen 21 % Plugins und 19 % Skills. In typischen Unternehmen sind es nur 9 % beziehungsweise 3 %. Doch selbst die Nutzung in Frontier-Unternehmen schöpft nur einen Bruchteil des Potenzials aus. Die interne Nutzung bei OpenAI verdeutlicht das Potenzial dieser Funktionen: 95 % der wöchentlich aktiven Personen verwenden Plugins. Unsere Untersuchung dazu, wie Agenten die Arbeit verändern, zeigt genauer, wie Beschäftigte bei OpenAI fortschrittliche Funktionen nutzen.
Die Softwareentwicklung gehörte zu den ersten Schwerpunkten der agentischen Nutzung. Inzwischen nimmt der Einsatz von Codex in vielen Bereichen der Wissensarbeit rasch zu. Seit Februar ist die Zahl der wöchentlich aktiven Codex-Nutzenden in Unternehmen im Rechtsbereich um das 108-Fache, im Vertrieb um das 41-Fache, im Recruiting um das 41-Fache und im Marketing um das 26-Fache gestiegen. In der Entwicklung war es das 5-Fache.
Bei Virgin Atlantic zeigt sich dieser Wandel im gesamten Unternehmen. Entwicklungsteams verwenden Codex, um Legacy-Code in 30 Minuten statt in zwei Wochen zu refaktorieren. Die Produktteams nutzen ChatGPT Work, um Wettbewerbsanalysen, die sonst Wochen dauern, innerhalb weniger Stunden abzuschließen und damit die digitale Fünfjahresstrategie der Fluggesellschaft zu gestalten.
Enterprise Signals untersucht anhand einer Stichprobe von mehr als 10 Millionen Nachrichten, wie sich diese Funktionen über Branchen und Tätigkeitsbereiche hinweg verbreiten.
Viele Umfragen berichten von einer stärkeren KI-Nutzung bei leitenden Angestellten und Führungskräften. Verwaltungsdaten aus Millionen von Unterhaltungen zeigen jedoch das Gegenteil. Sechs Monate nach der Einführung sendeten Beschäftigte am Anfang ihrer Laufbahn pro Woche 13 Nachrichten mehr als Führungskräfte.
Für Führungskräfte bietet sich damit die Chance, Beschäftigte mit besonders wirksamen KI-Gewohnheiten zu identifizieren und deren Workflows sichtbar zu machen. So können sich erfolgreiche Praktiken über alle Hierarchieebenen hinweg verbreiten.
Unternehmen haben möglicherweise Zugriff auf dieselben Modelle. Frontier-Unternehmen setzen diese jedoch schneller und umfassender in ihrer gesamten Organisation ein.
Führungskräfte können den Frontier-Abstand verringern, indem sie agentische Workflows über die Entwicklung hinaus ausweiten und erfolgreiche individuelle Anwendungsfälle in organisationsweit wiederholbare Praktiken überführen. Wenn Unternehmen Agenten mit Unternehmenskontext und Tools verbinden und klare Berechtigungen, Governance sowie menschliche Prüfung vorsehen, können sie von der Unterstützung zur Ausführung übergehen.
Lies Enterprise Signals, um mehr darüber zu erfahren, wie Frontier-Unternehmen KI in verschiedenen Branchen und Tätigkeitsbereichen einsetzen. Enterprise-Kund:innen von OpenAI können außerdem eine individuelle Vergleichsanalyse anfordern, um ihre Organisation mit Frontier-Unternehmen zu vergleichen.
Lies How Organizations Use AI: Evidence from ChatGPT(wird in einem neuen Fenster geöffnet), um zu erfahren, wie sich die Nutzung in Unternehmen und unter Beschäftigten verbreitet.


