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OpenAI

1. Oktober 2025

Sicherheit

Cyberoperation: Koreanischsprachige Unterstützung bei Malware

OpenAI sperrte koreanischsprachige Konten, die KI zur Unterstützung bei Malwareentwicklung, Debugging, Phishing und Abläufen zum Diebstahl von Anmeldedaten nutzten.

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Diese Fallstudie wurde ursprünglich im Bericht vom Oktober 2025⁠(wird in einem neuen Fenster geöffnet) von OpenAI veröffentlicht.

Akteure

Wir identifizierten und sperrten eine Gruppe von ChatGPT‑Konten, deren koreanischsprachige Betreiber versuchten, unsere Modelle zur Entwicklung von Malware sowie Befehls- und Kontrollsystemen (Command and Control, C2) einzusetzen. Die bei unserer Untersuchung beobachteten Indikatoren überschneiden sich mit einem Bericht von Trellix, der ähnliche Aktivitäten mit Spearphishing-Kampagnen gegen südkoreanische diplomatische Vertretungen, der Verbreitung der Malware XenoRAT und der Nutzung GitHub-basierter Repositorys für C2 in Verbindung brachte.

Die Überschneidungen mit dem Bericht von Trellix, darunter die beobachtete Verwendung der koreanischen Sprache, Aktivitäten im Einklang mit den Zeitzonen UTC+8 und UTC+9 sowie operative Muster und Themen, entsprechen zwar der Einschätzung der Sicherheitsfachwelt zu nordkoreanischen Akteuren (DVRK). Wir können die Aktivitäten jedoch nicht unabhängig zuordnen und sperren zudem den Zugriff aus Nordkorea auf unsere Dienste.

Vorgehen

Die Konten interagierten überwiegend auf Koreanisch mit unseren Modellen. Dabei zeigten sich strukturierte Arbeitsabläufe, bei denen viele Konten jeweils in engen Zeitfenstern aktiv waren. Jedes dieser Konten scheint sich auf einen bestimmten Anwendungsfall konzentriert zu haben, etwa die Konvertierung von Chrome-Erweiterungen für Safari zur Veröffentlichung im Apple App Store, die Konfiguration von VPNs für Windows Server oder die Entwicklung von macOS-Finder-Erweiterungen. Ein einzelnes Konto deckte also nicht mehrere technische Bereiche ab.

Wir beobachteten Interaktionen mit unseren Modellen zu Themen wie Windows-API-Hooking, Abläufen für den Zugriff auf Browser-Anmeldedaten und Cookies (DPAPI) sowie täuschend ähnlichen Verifizierungsseiten wie reCAPTCHA-Klonen. Außerdem sahen wir Entwürfe koreanischsprachiger Phishing-E-Mails, die häufig Kryptowährungen zum Thema hatten und wie Nachrichten von Behörden oder Finanzdienstleistern wirken sollten.

Darüber hinaus experimentierten die Akteure mit Cloudspeicherdiensten wie pCloud und file.io, der Erstellung direkter GDrive-Links und API-Skripten sowie GitHub-Funktionen wie dem Abruf von Rohinhalten und der Token-Verarbeitung. Wir fanden keine Hinweise darauf, dass die in den von Trellix beschriebenen Kampagnen eingesetzten schädlichen Binärdateien mit unseren Modellen erzeugt wurden. Möglicherweise nutzten dieselben Betreiber unsere Modelle, während sie Nutzlasten über Entwicklungs- und Cloudplattformen bereitstellten.

Ergebnisse

Die Bedrohungsakteure erzeugten Modellergebnisse zur Unterstützung mehrerer operativer Bereiche, darunter:

  • Entwicklung von Implantaten und RAT-nahen Funktionen: Erkundung von Verfahren zum reflektiven Laden von DLLs, zur Ausführung im Arbeitsspeicher und zum Windows-API-Hooking.

  • Routinen zum Diebstahl von Anmeldedaten: Erzeugen, Ändern und Debuggen von Skripten, die mithilfe von DPAPI-Abläufen für Chrome und Edge Verschlüsselungsschlüssel, Cookies und gespeicherte Passwörter aus Browsern extrahieren.

  • Phishing und Köder: Erstellen mutmaßlicher koreanischsprachiger Phishing-Inhalte, häufig zu Kryptowährungen, Behörden oder Finanzdienstleistern, sowie Experimente mit HTML-Verschleierung und der Weiterleitung von reCAPTCHA über Proxys, um überzeugende Anmeldeseiten zu erstellen.

  • Entwicklungsgerüste für macOS: Anfragen zur Entwicklung von Finder- und Safari-Erweiterungen sowie zur Erstellung einer beispielhaften Datenschutzrichtlinie für den App Store.

  • Kryptowährungsaktivitäten: Fehlerbehebung bei API-Aufrufen und Wallet-Interaktionen.

Viele dieser Anfragen bewegten sich in der Grauzone zwischen legitimer und missbräuchlicher Nutzung. Dabei kann es um vollkommen legitime Anwendungen wie Software-Debugging, Kryptografie oder Browserentwicklung gehen. Wenn Bedrohungsakteure sie für andere Zwecke einsetzen, erhalten sie jedoch eine andere Bedeutung.

Auswirkungen

Wir deaktivierten alle mit dieser Operation verbundenen Konten und teilten relevante Indikatoren mit Partnerunternehmen. Wir fanden keine Hinweise darauf, dass der Modellzugriff neuartige Fähigkeiten ermöglichte, die über bereits öffentlich verfügbare Möglichkeiten hinausgingen.