BNY entwickelt „KI für alle, überall“ mit OpenAI
Mit den fortschrittlichen Fähigkeiten von OpenAI ermöglicht BNY seinen Mitarbeitenden, KI-Agenten zu entwickeln, die helfen, Kundenbeziehungen zu vertiefen und den Erfolg jedes Teams zu unterstützen.
Resultate
20k
Mitarbeitende erstellen aktiv KI-Agenten
Resultate
75%
Reduzierung des Zeitaufwands für die rechtliche Prüfung
Als ChatGPT Ende 2022 auf den Markt kam, traf BNY die Entscheidung, generative KI unternehmensweit einzusetzen. Anstatt Experimente auf einige wenige Technologen zu beschränken, richtete das Unternehmen einen zentralen KI-Hub ein, startete eine interne Plattform für KI-Bereitstellung und -Schulung namens „Eliza“ und schulte seine Mitarbeitenden im verantwortungsvollen Einsatz der Technologie.
„Unser Mantra lautet: ‚KI für alle, überall und in allem‘“, sagt Sarthak Pattanaik, Chief Data and AI Officer bei BNY. „Diese Technologie ist so transformativ, dass wir uns entschieden haben, bei der Umsetzung einen plattformbasierten Ansatz zu verfolgen.“
Diese Plattform unterstützt inzwischen über 125 aktive Anwendungsfälle, und 20.000 Mitarbeitende erstellen aktiv KI-Agenten.
Eliza wurde von Anfang an nicht nur als Tool, sondern als umfassendes Arbeitssystem konzipiert. Es verbindet BNYs strenge Governance mit führenden Modellen – einschließlich der Frontier-Modelle von OpenAI –, um Mitarbeitende dabei zu unterstützen, Agenten sicher und mit Zuversicht zu entwickeln.
„Wir arbeiten nicht an Nebenprojekten“, sagt Pattanaik. „Wir verändern, wie die Bank funktioniert.“
Beständiges Vertrauen in eine systemrelevante Institution
BNY spielt eine systemrelevante Rolle in der globalen Wirtschaft, indem das Unternehmen Vermögenswerte, Daten und Liquidität in mehr als 100 Märkten verwaltet, bewegt und absichert. Als eines der größten Finanzinstitute der Welt mit mehr als 57,8 Billionen USD an Vermögenswerten unter Verwahrung und/oder Verwaltung ist Vertrauen nicht verhandelbar.
„Wir sind in vielerlei Hinsicht mit dem Kreislaufsystem des globalen Finanzdienstleistungsökosystems vergleichbar“, sagt Pattanaik. „Und aus dieser Perspektive heraus müssen wir sicherstellen, dass Vertrauen die Grundlage all unseres Handelns ist.“
Bei diesem Maß an Verantwortung konnte der Einsatz von KI weder ein Nebengedanke noch ein kleines Experiment sein. BNY benötigte einen Ansatz, der Innovation und Verantwortlichkeit in Einklang bringt.
„Viele hätten sagen können: Bei dieser enormen Verantwortung warten wir vielleicht erst einmal ab, was mit KI passiert. „Wir glauben, dass KI künftig so etwas wie das Betriebssystem der Technologie sein wird.“

Sichere Skalierung von KI durch Governance by Design
Ein zentraler Erfolgsfaktor von Eliza ist ein Governance-Modell, das Skalierung ermöglicht, ohne Experimente auszubremsen. „Manche sehen KI-Governance als Hürde, doch unserer Erfahrung nach ist sie ein ermöglichender Faktor“, sagt Watt Wanapha, Deputy General Counsel und Chief Technology Counsel. „Gute Governance hat es uns ermöglicht, deutlich schneller voranzukommen.“
Bei BNY gibt es mehrere interdisziplinäre Gruppen, die regelmäßig zusammenkommen, um neue KI-Anwendungsfälle zu prüfen und zu bewerten:
- Ein Prüfausschuss für die Datennutzung, der bereichsübergreifende Führungskräfte aus den Bereichen geistige Eigentumsrechte, Cybersicherheit, Engineering, Daten, Datenschutz, Drittanbieterbeziehungen und weiteren zusammenbringt.
- Ein Freigabegremium für Künstliche Intelligenz, das ähnliche Teams sowie zusätzliche Gruppen zusammenführt, um Initiativen vor ihrer Überführung in den Produktivbetrieb erneut zu prüfen.
- Der Enterprise AI Council sorgt für leitende Aufsicht sowie die Abstimmung von Richtlinien im gesamten Unternehmen.
Erkenntnisse aus dem Prüfausschuss für die Datennutzung fließen täglich in den AI Council ein, der anschließend besonders einflussreiche oder neuartige Szenarien bewertet. „Wir mussten während des Prozesses iterieren“, merkt Wanapha an. „Wenn sich unsere Anwendungsfälle ausweiten und sich die Modelle verändern, müssen wir KI-Projekte kontinuierlich evaluieren, um die Genauigkeit sicherzustellen.“
Was den Ansatz von BNY unterscheidet, ist die vollständige Integration der Governance in die Tooling-Landschaft. Innerhalb von Eliza finden sämtliches Prompting, die Entwicklung von Agenten, die Modellauswahl sowie das Teilen von Inhalten in einer kontrollierten, Governance-konformen Umgebung statt.
„Eliza verankert Governance auf Systemebene“, erklärt Wanapha. „Es standardisiert Berechtigungen, Sicherheitsmechanismen und Aufsicht über alle Modelle und Tools hinweg und stellt sicher, dass jeder Workflow dasselbe Schutzniveau erfüllt.“
Kompetenzen für alle Mitarbeitenden durch Training und Vernetzung
Bei BNY geht Governance weit über reine Aufsicht hinaus – sie prägt, wie Mitarbeitende täglich mit KI arbeiten. Das Design von Eliza stellt die verantwortungsvolle Nutzung sicher. Alle Mitarbeitenden müssen verpflichtende Schulungen absolvieren, bevor sie das System nutzen dürfen. Dieses Fundament wird durch zusätzliche Schulungen, Tools, Herausforderungen und Unterstützung aus der Gemeinschaft weiter gestärkt. Mittlerweile sind 99 % der Belegschaft im Umgang mit generativer KI geschult, und zahlreiche weiterführende Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten stehen zusätzlich zur Verfügung.
„Wir haben unterschiedliche Lernangebote geschaffen, um die Mitarbeitenden dort abzuholen, wo sie gerade stehen, und sie Schritt für Schritt auf ihrem Weg zu begleiten“, sagt Michelle O’Reilly, Global Head of Talent.
Eine besonders hervorstechende Initiative ist der „Make AI a Habit Month“ – eine tägliche Reihe von siebenminütigen Übungen, die darauf abzielen, Sicherheit im Prompting, beim Erstellen von Agenten und im Austausch mit Kollegen zu fördern. „Während dieses Monats konnten wir einen Anstieg von 46 % bei der Anzahl der erstellten Agenten beobachten“, berichtet O’Reilly.
Dieses Fördermodell hat einen breiteren kulturellen Wandel angestoßen. „Die Menschen fühlen sich befähigt, Probleme eigenständig zu lösen“, sagt Pattanaik. „Wir beobachten einen Kulturwandel in der Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten.“
Diese Kultur zeigt sich in Veranstaltungen wie unternehmensweiten Hackathons, bei denen Teams aus Legal, Sales und Engineering Seite an Seite zusammenarbeiten. „Letztens gab es bei einem Hackathon in unserem Sales-Bereich zwar keine IT- oder Technikexperten, aber alle Teilnehmenden fühlten sich wie Entwickler“, berichtet Ed Fandrey, Head of Sales and Relationship Management.

Erkenntnisse aus frühen Anwendungsfällen kommen dem gesamten Unternehmen zugute
Die erste Welle von Agenten, die in Eliza in Zusammenarbeit mit dem AI Hub und verschiedenen BNY-Abteilungen entwickelt wurden, zeigte, wie schnell Teams Ideen in Ergebnisse umsetzen können:
- Contract Review Assistant: Reduziert die Zeit für rechtliche Überprüfungen um 75 %, von vier Stunden auf eine Stunde, bei über 3.000 jährlichen Lieferantenverträgen.
- People Business Partner Agent: Bietet schnelle Antworten zu Leistungen und Richtlinien, reduziert manuelle Anfragen und verbessert die Konsistenz sowie Genauigkeit.
Diese frühen Projekte lösten einen kulturellen Wandel aus. „Früher bedeutete Zusammenarbeit mehr Meetings“, sagt O’Reilly. „Heute bedeutet sie gemeinsames Experimentieren, das Teilen von Prompts, das Testen von Agenten und Lernen durch Praxis.“ Diese Haltung schuf einen Innovationskreislauf, bei dem der Agent eines Teams oft zur Grundlage für ein anderes wurde.
Eliza wurde für kontrollierte Autonomie konzipiert und erlaubte zunächst nur den Aufbau privater Agenten. Inzwischen können Agenten, die von bestimmten Teams und Rollen erstellt wurden, mit bis zu zehn Kollegen geteilt werden – was Wiederverwendung und Skalierung fördert. Das Ergebnis sind mehr als 125 KI-Tools im produktiven Einsatz in allen wichtigen Geschäftsbereichen, darunter:
- Lead Recommendation Engine: Generiert Erkenntnisse und Chancen, die für Vorschläge und Gespräche mit Kund:innen relevant sind.
- Metrics Agent: Fasst Nutzung und Performance der Lernplattform zusammen – mit entsprechenden Zugriffsberechtigungen.
- Risk Insights Agent: Nutzt tiefgehende Recherchen, um neu entstehende Risikosignale über Portfolios hinweg sichtbar zu machen, und unterstützt Analyst:innen dabei, zu handeln, bevor sich Probleme zuspitzen.
Eliza führte außerdem das Konzept fortschrittlicher KI-Agenten ein – mit klaren Identitäten, Zugriffskontrollen und dedizierten Workflows. BNY nennt sie „digitale Mitarbeitende“, und sie übernehmen Aufgaben von der Validierung von Zahlungsanweisungen bis hin zur Verbesserung der Code-Sicherheit.
„Heute besteht die primäre Rolle des menschlichen Operators nicht mehr darin, bestimmte Aufgaben selbst zu erledigen, sondern darin, Trainer oder Betreuer des digitalen Mitarbeitenden zu sein“, sagt Pattanaik.
Mit Unternehmenswissen, Deep Research und Agenten zu autonomen Workflows
Eine ausgewählte Gruppe bei BNY experimentiert mit ChatGPT Enterprise und stattet Teams mit Funktionen wie Deep Research aus, um neue Arbeitsweisen mit KI zu erschließen.
Deep Research ermöglicht mehrstufiges Schlussfolgern über interne und externe Daten hinweg und unterstützt Anwendungsfälle wie Risikomodellierung, Szenarioplanung und strategische Entscheidungsfindung.
„Ich nutze es täglich“, sagt Watt Wanapha, Deputy General Counsel. „Wenn ich mich mit einer neuartigen Fragestellung im Rechtsbereich befasse, nutze ich Deep Research als Denkpartner, um zu prüfen, ob es Fragen gibt, die ich noch nicht stelle.“
Für kundennahe Teams verändert Deep Research zudem grundlegend die Vorbereitung auf Gespräche und strategische Planungen. In Kombination mit Agenten können diese Erkenntnisse unmittelbar umgesetzt werden – etwa durch das Auslösen von Follow-ups, das Entwerfen von Kontaktaufnahmen oder das Planen nächster Schritte direkt in Kundensystemen.
Zusammen mit der Orchestrierungsschicht von Eliza bilden diese Fortschritte das Fundament für autonome digitale Mitarbeitende, bei denen Berechtigungen, Aufsicht und Telemetrie von Anfang an integriert sind. Und der nächste Entwicklungsschritt ist bereits absehbar.
„Wir entwickeln uns weiter – über reine Wissensextraktion und Schlussfolgerungen hinaus“, sagt Pattanaik. „Es geht darum, organisationsweit Zusammenhänge herzustellen, um neue, auf unsere Kunden zugeschnittene Produkte zu entwickeln.“
Erkenntnisse für KI-Führungskräfte: Integrieren statt andocken
BNYs Governance-Strategie bietet eine Blaupause für Enterprise-KI-Teams in sicherheitskritischen Umgebungen:
- Bestehende Risikorahmen nutzen: Anstatt eine eigene Governance speziell für generative KI von Grund auf neu zu schaffen, hat BNY seine etablierten Rechts- und Compliance-Prozesse auf neue Anwendungsfälle ausgeweitet.
- Geteilte Verantwortung schaffen: Funktionsübergreifende Gremien überprüfen KI-Anwendungsfälle und stellen sicher, dass domänenspezifische Risiken in Echtzeit berücksichtigt werden.
- Governance sichtbar und zugänglich machen: Elizas Interface sorgt für Tagging, Telemetrie, Genehmigungsabläufe und Zugriffskontrollen – ohne die Nutzer:innen mit manuellen Schritten zu belasten.
- Investition in Kultur und Konsistenz: Nahezu 99 % der Mitarbeitenden haben Schulungen zur verantwortungsvollen Nutzung von KI absolviert und Zugriff auf Eliza erhalten. „Wenn man nicht versteht, wie die KI und die Plattform funktionieren, kann man weder die Risiken noch die Möglichkeiten realistisch einschätzen“, merkt Wanapha an.
- Mit dem richtigen Partner entwickeln: „Mit KI stoßen wir alle auf neue Fragen, die noch nicht beantwortet sind“, sagt Wanapha. „Deshalb ist es entscheidend, den richtigen Partner und einen offenen Kommunikationskanal zu haben.“
Die Kombination aus interner Verantwortung und externer Partnerschaft bleibt ein zentraler Wachstumstreiber. „Es ist eine großartige Mischung“, sagt Pattanaik, „aus der Forschung, die OpenAI liefert, und dem klaren geschäftlichen Anwendungsfall, den BNY einbringt.“


